Was Gibt Es In Der TüRkei FüR Glaubensrichtungen?

Was Gibt Es In Der TüRkei FüR Glaubensrichtungen
Die Hagia Sophia, einst größte Kirche der Welt, wurde 1453 in eine Moschee, 1935 in ein Museum und 2020 wieder in eine Moschee umgewandelt. Sie ist ein Wahrzeichen Istanbuls Die Republik Türkei versteht sich laut Artikel 2 ihrer Verfassung als ein „demokratischer laizistischer und sozialer Rechtsstaat”; die Bevölkerung bekennt sich überwiegend zum sunnitischen, dschaferitischen oder zum alevitischen Islam,

Anders als der französische Laizismus beinhaltet der türkische keine absolute Trennung von Religion und Staat, sondern eine staatliche Kontrolle der Religion, Eigenständige politische Einmischung der Religionsgemeinschaften ist unerwünscht. Daher stehen alle Religionen ebenso wie die Hauptreligion, der sunnitische Islam, unter staatlicher Aufsicht.

Die Türkei zählt neben Albanien, Bosnien-Herzegowina, dem Kosovo und den muslimischen Nachfolgestaaten der Sowjetunion zu den wenigen mehrheitlich muslimischen Staaten, in denen das islamische Recht – die Scharia – nicht gilt. Aus politisch-soziologischer Perspektive tritt der sunnitische Islam in drei Varianten auf: als Staatsislam, als Volksislam sowie seit der neuesten Zeit als politischer Islam ( Islamismus ).

Der größte Teil der Muslime sind Sunniten, gefolgt von Aleviten, die jedoch in offiziellen Statistiken nicht eigens gezählt, sondern nominell als Muslime verzeichnet werden und deren Anteil unterschiedlich geschätzt wird (siehe unten). Zu erwähnen sind noch die Alawiten (Nusairier) und eine vor allem im Osten der Türkei angesiedelte schiitische Minderheit.

Zu den religiösen Minderheiten zählen weiterhin Christen verschiedener Konfessionen, Juden, Bahai, Jesiden, Karäer u.a. Die Minderheitenpolitik der Türkei ist – gerade auch im Zusammenhang der Beitrittsverhandlungen der Türkei mit der Europäischen Union – politisch sehr umstritten.

Welche Glaubensrichtung in der Türkei?

Für eine Galerieansicht aller Infografiken zur Türkei klicken Sie bitte Interner Link: hier, Interner Link: Religionszugehörigkeit in der Türkei Etwa 99 Prozent – also beinahe die gesamte Bevölkerung der Türkei – ist muslimischen Glaubens. Die Mehrheit sind Hanafiten und hängen einem sunnitischen Islam an.

  1. Wie sich diese 99 Prozent jedoch genau aufteilen, ist umstritten.
  2. Offizielle Daten dazu gibt es nicht.1965 fragte der türkische Staat im Zensus das letzte Mal nach der ethnischen und konfessionellen Herkunft seiner Bürger.
  3. Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland schätzt, dass ca.20 Prozent der Muslime in der Türkei Interner Link: Aleviten sind.

Andere Schätzungen variieren zwischen 15 und 25 Prozent. Nach ebenfalls inoffiziellen Schätzungen gliedern sich die Nicht-Muslime in der Türkei, die nur noch 1 Prozent der Bevölkerung ausmachen, in ca.60.000 armenische Christen, 23.000 Juden, 15.000 syrisch-orthodoxe Christen, 3.500-4.000 Griechisch-orthodoxe Christen, 2.500 römisch-katholische Christen, 2.500 Protestanten sowie 1.000 Baha’i.

  • Das Osmanische Reich, das 1923 durch die Republik Türkei abgelöst wurde, nutzte die Religion zur Unterscheidung von Minderheiten.
  • Hierauf geht die Anerkennung von Minderheiten im Vertrag von Lausanne von 1923 zurück, in dem die Republik Türkei offiziell als Staat sowie ihre Grenzen anerkannt wurden: Der Vertrag unterscheidet nur zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen und verpflichtet den Türkischen Staat zum Schutz der nicht-muslimischen Minderheiten, also Juden und Christen ( Interner Link: Armenier und Griechen).

Kurden und Aleviten gelten als Muslime und werden daher nicht als Minderheit anerkannt.

Was ist der Unterschied zwischen Sunniten und Schiiten?

Im 7. Jahrhundert hat sich der Islam gespalten – Doch als Mohammed im 7. Jahrhundert überraschend gestorben ist, gab es Streit zwischen den Muslimen. Es ging darum, wer nach Mohammeds Tod das Sagen hat. Der Streit spaltete die Muslime vor allem in die zwei großen Gruppen Sunniten und Schiiten.

Sind in der Türkei Kirchen erlaubt?

Religionsfreiheit Was Gibt Es In Der TüRkei FüR Glaubensrichtungen Seit die EU-Beitrittsverhandlungen stocken, macht die Türkei protestantischen Pfarrer das Leben schwer. © Getty Images / Anadolu Agency / Sebnem Coskun Von Susanne Güsten · 12.07.2020 Es ist in der Türkei erlaubt, protestantischer Christ oder Christin zu sein.

Es wird nur schwieriger, dort als protestantischer Pfarrer zu arbeiten. Denn die meisten Pastoren kommen aus dem Ausland, und der Staat nutzt das Aufenthaltsrecht als Hebel. Gottesdienst in der protestantischen Kirche von Altintepe auf der asiatischen Seite von Istanbul. Wegen der Coronavirus-Beschränkungen kann die Gemeinde nur per Youtube dabei sein.

Die Predigt hält Pastor Carlos Madrigal, der spanische Seelsorger der Gemeinde. In fließendem Türkisch predigt der Spanier, er ist schon seit 20 Jahren hier Pastor. Womöglich aber nicht mehr lange, fürchtet er: “Als ich im vergangenen November verreisen wollte, da hat mir der Grenzer am Flughafen einen Code in die Papiere geschrieben: N-82, das bedeutet Sicherheitsrisiko.

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Welches Tier steht für die Türkei?

Der Wolf – Der Wolf wurde auch deshalb als heilig verehrt, weil er seinen Kopf beim Heulen Richtung Himmel erhebt. Darin sah man eine Art Verbindung des Wolfes mit dem heiligen Himmel Tengri, Der Wolf als heiligstes und höchstes Totem -Tier der Türken spielt in vielen Sagen und Mythen eine wichtige Rolle.

Die Türken sahen den Wolf als ihren Urahnen an. Der Wolf ist das Tier, das in der alttürkischen Mythologie die bedeutendste Rolle zu spielen scheint. Wahrscheinlich hat sich die ursprüngliche Legende vom Ahnen-Wolf bei den Hsiung-nu (oder Hunnen ) entwickelt, und zwar zu einer unbekannten, aber zweifellos sehr frühen Zeit.

Shiratori schreibt, dass sie in vorchristlicher Zeit schon gut ausgebildet bei den Wu sun vom Išíq Qul und vom Ili erscheint, die Indoeuropäer oder Prototürken sind. Zwei Erzählungen machen uns mit ihr bekannt. Beide berichteten von einer Wölfin, die ein Findelkind säugt, und einem Raben, der über ihr kreist.

Was ist Sunniten auf Türkisch?

Zusammenfassung – Der türkische Begriff Sünnilik („Sunnitentum”; auch als „Sunnitum” und „Sunnismus” übersetzbar) ist abgeleitet vom arabischen Wort Sunna, das die Sammlungen der Traditionen des Propheten Mohammed und seine schriftlich überlieferten Worte und Taten im Koran, im heiligen Buch des Islam, bezeichnet.

Unter einem Sünni („Sunnit”, „Sunnitin”, „Sunniten”, „sunnitisch”) (pl. Sünniler ) wird in diesem Zusammenhang in der sunnitischen Religionsgemeinschaft eine Person verstanden, die nach der Lehre Mohammeds lebt und handelt. Das im Sunnitentum vorherrschende Glaubensverständnis ist an feste Prinzipien gebunden.

Nach ihm werden die vom Propheten aufgestellten Regeln als unveränderlich, unumstößlich und nicht diskutierbar betrachtet. Die Religionsgemeinschaft der Sunniten wird in der Literatur häufig als orthodoxer Islam bezeichnet. Die Sunniten in der Türkei gehören zur islamischen Rechtschule „Hanafi” ( hanefi ).

Sind Kurden Schiiten oder Sunniten?

Sunniten – Die meisten Kurden sind sunnitische Muslime, deren Gläubige der schafiitischen Rechtsschule folgen. Zudem hat die hanafitisch-sunnitische Rechtsschule eine große Bedeutung. Ihre Anhänger leben bzw. haben ihre Herkunft (falls sie in der Diaspora leben) überwiegend in den türkischen Provinzen Aksaray, Amasya, Ankara, Çankırı, Çorum, Kırşehir, Konya und Yozgat (siehe zentralanatolische Kurden ) sowie Adıyaman, Ardahan, Bingöl, Diyarbakır, Elazığ, Gaziantep, Kars und Şanlıurfa, darüber hinaus in den syrischen Distrikten Afrin, Ain al-Arab, al-Bab, Dscharabulus und Manbidsch,

  • Des Weiteren sind unter Kurden in geringem Maße sunnitische Muslime, die der hanbalitischen Rechtsschule folgen oder rechtsschulunabhängig sind, anzutreffen.
  • Außerdem gibt es Sufis des Naqschbandīya -Ordens, vor allem in den türkischen Provinzen Adıyaman, Batman, Gaziantep, Mardin, Şanlıurfa und Şırnak sowie Sufis des Qādirīya -Ordens, vor allem in der irakischen Provinz Erbil,
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Die etwa 3 bis 5 % kurdischen Zwölfer-Schiiten leben ganz im Süden des kurdischen Verbreitungsgebiets in den Distrikten Baladruz und Chanaqin in der Provinz Diyala und im Distrikt Badra in der Provinz Wasit sowie in den iranischen Provinzen Ilam, Kermānschāh und Luristan,

Was glauben Alawiten?

Das Alawitentum ist eine gnostische Sekte des Islam und besitzt ein Geheimwissen. Neulinge aus der Gemeinschaft durchgehen eine Initiation: nur männliche Alawiten werden in die Geheimlehren eingeführt, die mit der gängigen islamischen Lehre nichts zu tun haben.

Was ist die Scharia einfach erklärt?

Scharia – was ist das? Mouhanad Khorchide und “Forum”-Moderator Abdul-Ahmad Rashid sprechen über den Begriff “Scharia”. Khorchide beschreibt ihre Geschichte und nimmt sie als Basis für eine moderne islamische Ethik. Die Scharia ist ein religiöses Werte- und Rechtssystem, basierend auf dem Koran sowie den Überlieferungen der Aussprüche und Handlungen des Propheten Muhammad, der Sunna.

  1. Die Scharia ist nach islamischem Verständnis das “göttliche Gesetz”, in Abgrenzung zu von Menschen gemachtem Recht.
  2. Für viele Nicht-Muslime hat der Begriff Scharia keinen guten Klang: Entziehen sich Muslime durch Gottesgesetz dem hier geltenden Recht? “Forum am Freitag”-Moderator Abdul-Ahmad Rashid trifft den Theologen Prof.

Mouhanad Khorchide, der gerade ein Buch über die moderne Interpretation der Scharia geschrieben hat. Die Scharia (arab.: breiter Weg, Weg zur Quelle) beschreibt für fromme Muslime das richtige Verhalten des Menschen in Bezug auf Gott sowie auf andere Menschen und auf die Schöpfung allgemein.

Diese Regeln werden aus dem Koran und aus der Sunna (Sprüche und Verhaltensweisen des Propheten Muhammad) abgeleitet. Bei der Scharia handelt es sich somit nicht um ein einheitliches, entwickeltes Rechtssystem. Vielmehr besteht sie aus verschiedenen Interpretationen, die Rechtsgelehrte verschiedener Schulen auf der Grundlage des Korans und der Sunna entwickelt haben.

Diese sind in der islamischen Jurisprudenz, dem sogenannten “Fiqh”, festgehalten. Über mehrere Jahrhunderte ist die Scharia durch anerkannte rechtliche Methoden vervollständigt und neu interpretiert worden. Zur Scharia gehören die fünf Grundpfeiler des Islam, also das Glaubensbekenntnis, das tägliche Gebet, die Almosensteuer, das Fasten und die Pilgerfahrt nach Mekka sowie zwischenmenschliche Verhaltensregeln.

Für Fragen, auf die es im Koran keine Antworten gab, haben die islamischen Gelehrten weitere Instrumente zur Rechtsfindung bestimmt: “Idschma” als Konsens der islamischen Gelehrten über ein bestimmtes Thema, “Qiyas” als Analogieschluss, den Brauch (Urf) und das Gewohnheitsrecht (Ada) und schließlich das eigene Urteil der Rechtsgelehrten (Ray), falls vorangegangene Methoden zu keinem Urteil verhelfen.

Hier wurden neu auftretende Fälle und Fragen in Anlehnung an bekannte Fälle entschieden.

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Die Scharia ist der Glaubensweg, der den Menschen zu Gott als seiner Quelle führen soll. Der Koran gilt im Islam als die Quelle der Scharia. An zweiter Stellen folgt die “Sunna”, die Lebenspraxis des Propheten, die aus den Überlieferungen seines Handelns und seiner Aussprüche, den Hadithen, bekannt ist. Auf der Basis des Koran und der Hadithe schließlich haben islamische Gelehrte Rechtssammlungen geschaffen. Diese islamische Jurisprudenz heißt “Fiqh”.

In den ersten Jahrhunderten der islamischen Geschichte hatten die Gelehrten auch für die Rechtsfindung das Instrument der selbstständigen Interpretation der Quellen benutzt, “idschtihad” genannt. Dieses wurde jedoch im sunnitischen Islam immer weiter zurückgedrängt und im Mittelalter eingestellt.

  1. Im schiitischen Islam besteht diese Methode weiterhin und macht ihn damit flexibel und offen gegenüber den Herausforderungen der Moderne und den daraus resultierenden neuen Fragestellungen.
  2. Innerhalb des sunnitischen Islam haben sich im Laufe der Jahrhunderte vier Rechtsschulen durchgesetzt: die Hanafiten (liberalnationale Schule), die Schafiiten (konservativ-liberale Schule), die Malikiten (konservative Schule) und die Hanbaliten (strenge Lehre strikt nach dem Koran).

In den Grundfragen des islamischen Rechts sind sich diese jeweils nach ihrem Begründer genannten Schulen einig; in vielen Fragen des islamischen Rechts sind sie jedoch unterschiedlicher Meinung.

Mouhanad Khorchide Scharia – der missverstandene Gott Der Weg zu einer modernen islamischen EthikHerder-Verlag 2013ISBN 978-3-451-30911-3 Mouhanad Khorchide entwickelt seine islamische Theologie (“Islam ist Barmherzigkeit”, das Forum am Freitag hatte berichtet) weiter. Diesmal setzt er sich besonders kritisch mit dem Begriff Scharia auseinander. Er beschreibt seine Geschichte und die sehr unterschiedlichen Definitionen der Scharia. Diese Grundlegung nimmt Khorchide als Basis für eine moderne islamische Ethik.

In der Scharia gibt es Regelungen für das zwischenmenschliche Handeln und für religiöse Rituale und Pflichten. So gibt es sechs Kategorien, nach denen unterschiedliche Handlungen eingeteilt werden können. Mit Halal wird das Erlaubte bezeichnet. Daneben ist Fard eine Handlung, die eine Pflicht für jeden Muslim darstellt wie etwa das rituelle Gebet.

  • Mandub, die dritte Regel, sind empfehlenswerte Handlungen wie zum Beispiel zusätzliche Gebete.
  • Makruh sind verwerfliche oder nicht empfehlenswerte Handlungen wie zum Beispiel das Rauchen.
  • Mubah stellen Handlungen dar, die zwar als erlaubt gelten, über die es aber keine ausdrückliche Beurteilung in den religiösen Quellen gibt.

Haram schließlich sind verbotene Handlungen wie der Genuss von Alkohol und Drogen. Die islamische Theologie betrachtet die Sharia als vollkommene Ordnung göttlicher Autorität. Die Scharia birgt den im Westen kritisierten Generalanspruch, alle Lebensbereiche des Menschen gleichermaßen zu regeln.

Sie gibt Anweisungen für das Verhalten in Familie und Gesellschaft (Ehe- wie Strafrecht) wie auch für die Gottesverehrung. Besonders im Zusammenhang mit dem islamischen Strafrecht tun sich im Vergleich zu westlichen Menschenrechtsvorstellungen und westlicher Gesetzgebung die größten Differenzen auf. Besonders die Geschlechterfrage und die in wenigen islamischen Staaten angewendeten drakonischen Strafen wie Auspeitschungen oder Steinigungen bei Ehebruch oder Verstümmelungen bei Diebstahl werden im Westen scharf kritisiert.

: Scharia – was ist das?